am Ufer verweilt

am Ufer verweilt
für eine Wellenlänge
alles ruhig
durch Schauen
für eine Weile
eine Weile
eine lange
Weile
vieles
durchschaut
Sommer ist
Sommer ist
wenn
Süße aus Beeren platzt
wenn wir
das Blau anhimmeln
wenn Amseln
Den Gesang nicht drosseln
wenn der Klatschmohn
applaudiert

Herbstlicht

überall Nester aus Licht
in den Zweigen
Wohnsitz der Stille
nur der Herzschlag der Bäume
formt sich zu Herbstklang
schreibt Partituren in Gold
die Vögel können jetzt
Lieder vom Blatt singen
Frost
das Licht wird mundgeblasen jetzt
die Luft lässt sich
in feine Scheiben schneiden
und brennt uns
ihren Winterstempel ein
erst rieselt das Laub
dann rieselt der Schnee
ein Fallen in lautlosem Windgesang
ein weißes Rauschen
ein Häuten der Natur
wer jetzt ganz Ohr ist
wächst über sich selbst hinaus

Heimspiel

keiner weiß
was hier gespielt wird
der Esel hinkt
dem Hund ist kalt
die Katze schnurrt ein schräges Lied
der Hahn verpasst den Einsatz
doch ziehen alle los
und singen aus voller Kehle:
wir haben nichts als den Mut
und lassen uns nicht verbiegen
wir sind das Echo vom Trotzdem
zeigen Haltung und Freigeist
sind bunt und nicht braun
zwischen Regen und Backstein
erklingt unser Lied
wir sind keine Helden
doch mehr als ein Märchen
ein Gegenwind hält uns nicht auf
wir haben nichts als den Mut
lassen uns nicht verbiegen
wir sind das Echo vom Trotzdem