Gedichte 3

am Ufer verweilt

am Ufer verweilt
für eine Wellenlänge
alles ruhig
durch Schauen
für eine Weile
eine Weile
eine lange
Weile
vieles
durchschaut


Sommer ist

Sommer ist
wenn
Süße aus Beeren platzt
wenn wir
das Blau anhimmeln
wenn Amseln
Den Gesang nicht drosseln
wenn der Klatschmohn
applaudiert


Herbstlicht

überall Nester aus Licht
in den Zweigen
Wohnsitz der Stille
nur der Herzschlag der Bäume
formt sich zu Herbstklang
schreibt Partituren in Gold
die Vögel können jetzt
Lieder vom Blatt singen


Frost

das Licht wird mundgeblasen jetzt
die Luft lässt sich
in feine Scheiben schneiden
und brennt uns
ihren Winterstempel ein
erst rieselt das Laub
dann rieselt der Schnee
ein Fallen in lautlosem Windgesang
ein weißes Rauschen
ein Häuten der Natur
wer jetzt ganz Ohr ist
wächst über sich selbst hinaus